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17.08.2009 | Neues Finanzinstrument!

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Technische Analyse

Allgemeine Prinzipien

Die technische Analyse ist die Untersuchung der Marktdynamik, meistens anhand von Charts, um die zukünftige Richtung der Preisbewegung prognostizieren zu können. Der Begriff „Marktdynamik“ beinhaltet drei wesentliche Informationsquellen, die dem technischen Analysten zur Verfügung stehen: den Preis, das Volumen und das offene Interesse (im Hinblick auf die Futures-Märkte). Die technische Analyse beruht auf drei Säulen:

  1. Der Kurs (Preis) berücksichtigt alles. Jeder den Preis beeinflussende (wirtschaftliche, politische oder psychologische) Faktor ist vom Markt bereits berücksichtigt und im Preis inbegriffen. Alles, was für die Prognose zu tun ist, ist das Studium des Preischarts.
  2. Die Preisbewegung ist Trends (Richtung der Preisbewegung) unterworfen. Die Erstellung von Charts zur Preisdynamik dient haupsächlich dazu, diese Trends in den Anfangsstadien ihrer Entwicklung festzustellen und je nach ihrer Richtung zu traden.
  3. Die Geschichte wiederholt sich. Die Regeln, die in der Vergangenheit galten, gelten auch jetzt und werden auch in Zukunft gelten.

Drei Typen von Trends (Tendenzen)

Bullentrend: Die Preise bewegen sich nach oben.

 
Bear-Trend:  Die Preise bewegen sich nach unten.  
 
Seitwärtstrend (Flat, Whipsaw): Es gibt keine bestimmte Richtung der Preisbewegung.  

Grundgesetze der Preisbewegung

  • Es ist wahrscheinlicher, dass sich der herrschende Trend fortsetzt, als dass er die Richtung ändert.
  • Der Trend bewegt sich in ein und dieselbe Richtung, solange er nicht nachlässt.

Die Haupttypen von Charts

  1. Linienchart: Auf dem Linienchart wird nur der Schlusspreis jeder anschließenden Periode gekennzeichnet. Er ist für kurze Intervalle (bis zu wenigen Minuten) zu empfehlen.
  2. Balkenchart: Im Balkenchart sind der Höchstpreis (oberer Punkt der Linie), der Tiefstpreis (unterer Punkt der Linie), der Eröffnungspreis (waagrechter Strich auf der linken Seite der senkrechten Linie) und der Schlusspreis (waagrechter Strich auf der rechten Seite der senkrechten Linie) dargestellt. Er ist für Zeiträume von mindestens 5 Minuten zu empfehlen.
  3. Kerzenchart: wird analog zum Balkenchart erstellt.
   

Die Dow-Theorie

Ursprünglich wurden die von Charles Dow dargelegten Prinzipien zur Analyse der von ihm zusammengestellten amerikanischen Industrie- und Eisenbahnindices verwendet. Die meisten analytischen Schlussfolgerungen von Dow können jedoch mit dem gleichen Erfolg auch auf die Finanzmärkte angewendet werden.

  1. Die Indices berücksichtigen alles. Nach der Dow-Theorie wird jeder Faktor, der auf die eine oder andere Weise  das Angebot oder die Nachfrage beeinflussen kann, in der Dynamik des Indexes unverändert widergespiegelt. Selbstverständlich sind diese Ereignisse unvorhersagbar, nichtsdestotrotz werden sie vom Markt augenblicklich berücksichtigt und in der Dynamik der Indices widergespiegelt.
  2. Auf dem Markt gibt es drei Trendtypen. Bei steigendem Trend ist jeder nachfolgende Peak und jeder nachfolgende Abfall größer als der vorhergehende. Bei fallendem Trend ist jeder nachfolgende Peak und jeder nachfolgende Abfall geringer als der vorhergehende. Bei einem horizontalen Trend befindet sich jeder nachfolgende Peak und jeder nachfolgende Abfall auf etwa dem gleichen Niveau wie die vorhergehenden.
    Dow unterschied auch drei Trendkategorien: den primären, den sekundären und den unbedeutenden Trend. Die größte Bedeutung schrieb er dem primären oder langfristigen Trend zu, der über ein Jahr, manchmal auch mehrere Jahre, anhält. Der sekundäre oder mittelfristige Trend stellt bezüglich des langfristigen Trends eine Korrektur dar und dauert gewöhnlich drei Wochen bis drei Monate. Solche Zwischenkorrekturen betragen ein bis zwei Drittel (sehr oft die Hälfte) der von den Preisen während des vorangegangenen (langfristigen) Trends zurückgelegten Strecke. Unbedeutende oder kurzfristige Trends dauern höchstens 3 Wochen und stellen kurzfristige Schwankungen innerhalb des mittelfristigen Trends dar.
  3. Der langfristige Trend weist drei Phasen auf. Die erste oder Akkumulationsphase setzt ein, wenn die scharfsinnigsten und informiertesten Investoren zu kaufen beginnen, da alle ungünstigen wirtschaftlichen Informationen bereits vom Markt berücksichtigt wurden. Die zweite Phase tritt ein, wenn diejenigen in das Spiel einsteigen, die die Trends mit technischen Methoden verfolgen. Die wirtschaftlichen Informationen werden immer optimistischer. Der Trend geht in seine dritte oder Distributionsphase über, wenn die breite Öffentlichkeit einsteigt und auf dem Markt eine von den Massenmedien angeheizte Spekulation einsetzt. Die Wirtschaftsprognosen sind voll Optimismus. Hier beginnen nun die informierten Investoren, die während des Steigens des vorangegangenen Trends „akkumulierten“, als niemand „akkumulieren“ wollte, zu „distribuieren“. Der Trend endet.
  4. Die Indices müssen einander bestätigen. Hier meinte Dow die Industrie- und Eisenbahnindices. Er nahm an, dass sich auf dem Markt jedes wichtige Signal zum Kursanstieg oder -rückgang in den Werten beider Indices zeigen muss.
  5. Das Handelsvolumen muss den Trendcharakter bestätigen. Das Volumen muss in Richtung des langfristigen Trends zunehmen.
  6. Ein Trend besteht so lange, bis es deutliche Signale gibt, dass er sich umgekehrt hat.

Trendanalyse. Grundbegriffe

Der Trend oder die Tendenz ist eine bestimmte Preisbewegung in die eine oder andere Richtung. Im wirklichen Leben bewegt sich kein Markt in irgendeiner Richtung streng geradeaus. Die Marktdynamik stellt eine Zickzackserie dar: Anstieg, Abfall, Anstieg, Abfall. Gerade die Richtung der Dynamik dieser Anstiege und Abfälle bilden den Markttrend.

Grundregel: „Der Trend ist unser Freund“.
Schluss: „Arbeiten Sie nicht gegen den Trend.“

 

Widerstandslinien (Resistance)

Sie verbinden wichtige Maxima (Hochs) des Marktes und entstehen, wenn die Käufer die betreffende Ware nicht mehr zu einem höheren Preis kaufen können oder wollen. Der Druck der Verkäufer wird vom Druck der Käufer übertroffen, in der Folge wird der Anstieg gestoppt und verwandelt sich in einen Rückgang.

Unterstützungslinien (Support)

Sie verbinden wichtige Minima (Tiefs) des Marktes und entstehen, wenn die Verkäufer die betreffende Ware nicht mehr zu einem niedrigeren Preis verkaufen können oder wollen. Auf diesem Preisniveau ist die Kauflust ziemlich stark und kann dem Druck der Verkäufer widerstehen. Der Rückgang wird gestoppt und die Preise beginnen erneut zu wachsen.

Wenn die Unterstützungslinie abwärts verläuft, verwandelt sie sich in einen Widerstand. Wenn die Widerstandslinie aufwärts verläuft, verwandelt sie sich in eine Unterstützung.

 

Kanallinien

Wenn die Preise zwischen zwei parallelen geraden Linien (Kanallinien) schwanken, kann von einem Aufwärts-, Abwärts- oder horizontalen Kanal gesprochen werden.

 

 

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